04.12.2003
Hochwassereinsatz Frankreich
Wohlbehalten kehrten die vier Helfer des Technischen Hilfswerkes, Ortsverband Simmerath in Lammersdorf am vergangen Samstagmorgen von ihrem Hochwassereinsatz in Frankreich in Arles, in der Nähe von Marseille zurück. Günter Kowalewsky, Patrick Jansen, Sebastian Krott und Rainer Wollgarten waren in der Freitagnacht vom 04. auf den 05. Dezember kurzfristig zum Hochwassereinsatz aufgebrochen (wir berichteten bereits). Gemeinsam mit drei Kollegen des Ortsverbandes Jülich des Technischen Hilfswerkes war man eine Woche in Arles in der Nähe von Marseille in Südfrankreich im Einsatz. Hauptaufgabe der Helfer des Simmerather und Jülicher Ortsverbandes war das Ausleuchten der Einsatzstellen, und so hatte man tägliche Arbeitszeiten von ca. 16.00 Uhr nachmittags bis ca. 8.00 Uhr am frühen Morgen. Untergebracht waren alle ca. 250 Helfer der Ortsverbände aus Nordrhein-Westfalen in einer Kongresshalle in Arles. Nicht einfach war es für die Helfer, die ansonsten nicht im Schichtdienst beschäftigt sind, nachts zu arbeiten, und tagsüber versuchen zu schlafen, wo zudem reges Treiben in der großen Halle herrschte. Weiterhin sanken die tagsüber teils angenehmen Temperaturen von ca. 17 Grad nachts unter den Gefrierpunkt, was eine zusätzliche Belastung darstellte. Die Verpflegung aller Helfer war durch die eigenen Verpflegungstrupps des THW sichergestellt.
Nachdem man am Samstagmorgen nach ca. 22 stündiger Kolonnenfahrt mit ca. 30 Fahrzeugen an der Einsatzstelle angekommen war, fand sofort die erste Lageerkundung statt, und das Hochwasser ließ die Müdigkeit der Fahrtstrapazen schnell vergessen. Zu einem großen Teil stand die ca. 50.000 Einwohner große Stadt Arles in Südfrankreich zwischen einem und zwei Meter hoch unter Hochwasser, und bei Ankunft der THW-Helfer waren teilweise noch nicht alle betroffenen Bewohner evakuiert, da dies nur schleppend voranging. Insgesamt wurden durch die vor Ort befindlichen insgesamt ca. 750 Helfer des THW`s aus Deutschland 5,2 Millionen Kubikmeter Wasser abgepumpt. Neben den deutschen THW-Helfern und den französischen Katastrophenschutzeinheiten waren weiterhin Rettungskräfte aus Belgien, Tschechien und Italien vor Ort. Nach nunmehr einer Woche Einsatzleistung des THW`S in Frankreich hat sich die Lage dort nunmehr entspannt, so dass auch die vier Simmerather THW-Helfer am Freitag vergangener Woche die Heimreise antreten konnten. Weiterer Nachschub des THW-Ortsverbandes Simmerath war nicht mehr erforderlich, wenngleich dennoch einige Einsatzkräfte des THW´s dort vor Ort tätig sind. Erfreut zeigten sich die Simmerather THW-Helfer auch über die herzliche Verabschiedung aus Frankreich. Die Lehrer der dortigen Schulen hatten sich persönlich mit den Kindern bei den THW-Helfern verabschiedet, und kein THW-Helfer verließ Frankreich, ohne ein selbstgemaltes Bild eines Kindes als Dank für die Hilfsbereitschaft entgegenzunehmen. Für die vier THW-Helfer aus Simmerath, die am Wochenende wieder zuhause angekommen sind, wird am Montagmorgen wieder der Alltag beginnen. Patrick Jansen, als Schüler wird die vergangene Woche aufholen müssen. Günter Kowalewsky wird seinen Dienst bei der Stadt Aachen wieder aufnehmen, sowie Sebastian Krott bei der KFA in Jülich. Auch Rainer Wollgarten wird am Montagmorgen seinen Dienst im Installateurbetrieb Stollenwerk in Eicherscheid wieder antreten. Zu vergessen ist auch nicht, dass die Arbeitgeber für eine Woche auf Ihre Arbeitskräfte verzichten mussten, da sich diese im humanitären Auslandseinsatz befanden, der zudem noch sehr kurzfristig, und zwar von Donnerstagabend 21.00 Uhr bis Freitagnacht 1.00 Uhr eintrat.
